Fernwirktechnik

 

Pleiger Elektronik hat bereits in den Jahren von 1976 bis 1998 Geräte und Systeme der Fernwirk- und Übertragungstechnik entwickelt und gefertigt, diese jedoch ausschließlich über ein Elektronik-Großunternehmen (SEL) vermarktet. So sind z.B. die Fernwirksysteme TP RF, TP26, TP26-K und TP26 KM bei vielen Energie- und Wasser-Versorgungsunternehmen sowie in der Industrie erfolgreich eingesetzt worden bzw. noch immer im Einsatz.

Nach der Einstellung dieser geschäftlichen Aktivitäten beim Elektronik-Großunternehmen, liefert Pleiger Elektronik seine Fernwirk- und Automatisierungssysteme jetzt nicht nur an OEM als Zulieferer, sondern direkt an den Endnutzer und in Verbindung mit Projektierungsleistungen.

Basis für diese Aktivitäten sind nicht nur unsere detaillierten Kenntnisse auf dem Gebiet der Fernwirktechnik und unsere weiterhin sehr guten Kontakte zu Endnutzern solcher Systeme sondern auch unsere prozessorientierte Projektierung, deren Leistungsfähigkeit tagtäglich in Projekten des Schiffbaus und der Anlagenautomation unter Beweis gestellt wird.
Der Haupteinsatzbereich unserer Fernwirksysteme, der auch mit dem Begriff „Flächenfernwirken“ umschrieben wird, erfordert in zunehmendem Umfang über die Fernwirkfunktionalität hinausgehende Automatisierungsfunktionen. Diese prozessnahen Funktionen sind der Erfahrungsbereich, in dem die Entwicklungs- und Projektierungs-Ingenieure von Pleiger Elektronik „so richtig zu Hause“ sind.

PMC 2000 - unsere aktuellen Fernwirk- und Automatisierungssysteme

Die erste Produktankündigung (Mitte 2000), die ersten Probeinstallationen (Ende 2000), die ersten Installationen (Anfang 2001) und die erste öffentliche Vorstellung (Interkama 2001) brachte unserem neuen System PMC 2000 durchweg positive Beurteilungen.

Heute besteht die Produktfamilie aus drei unterschiedlich großen Gehäusen (hsg 3, 7, 17) mit drei, sieben und siebzehn Einschubmöglichkeiten. Die stabilen Normschienengehäuse bestehen aus gebürsteten Edelstahl. 

Basis des PMC 2000 Systems ist das mittlere Gehäuse hsg7 (Maße:157x123x113 mm, BxHxT). 

                                                             

Durch Stecken von max. 5 Ein-/ Ausgangskarten werden Art und Anzahl der max. 80 physikalischen Ein-/Ausgänge an die Anforderungen der Anwendung angepasst. Wird für Anwendungen eine größere Anzahl von Ein- und Ausgängen benötigt, so können weitere (max. 14) dieser Geräte kaskadiert, d.h. über CAN-Bus gekoppelt werden. Damit können PMC 2000 Systeme mit bis zu 70 Ein-/ Ausgangskarten (1120 Info-Punkten) konfiguriert werden.

 

 Im großen Gehäuse hsg17 (Maße:360x123x113 mm, BxHxT) können bis zu 15 Ein-/ Ausgangskarten mit bis zu 240 physikalischen Ein-/Ausgängen verwendet werden.

Im kleinen Gehäuse hsg3 (Maße:76x123x113 mm, BxHxT) eine Ein-/ Ausgangskarte mit bis zu 16 physikalischen Ein-/Ausgängen. 

Zur Basisausstattung eines jeden Gerätes gehört die Stromversorgungskarte (UE= 24V-DC oder 60V-DC) mit Steckplatz für die Datenübertragung zur Leitebene und die Mikrocontrollerkarte mit leistungsfähigem 16-Bit-Prozessor, großen Speicherbereichen für Programm, Daten und Parameter, einer Service Schnittstelle sowie einem Steckplatz für eine CAN-Bus-Schnittstelle. Die Anschaltung an den Prozess erfolgt über steckbare Ein-/Ausgangskarten mit digitalen und analogen Ein- und Ausgängen in unterschiedlicher Konfiguration. Alle Ein- und Ausgänge sind über Optokoppler oder Relaiskontakte galvanisch vom System getrennt. Die digitalen Eingänge verfügen mit UE= 24 bis 60 V-DC über einen erweiterten Eingangsspannungsbereich. Die digitalen Ausgänge eignen sich zur 1-, 1½- und 2-poligen Anschaltung. Zur Anschlusskontrolle sind frontseitig Leuchtdioden vorhanden. Die Erfassung bzw. Ausgabe von bipolaren Strom- oder Spannungswerten erfolgt über analoge Ein- bzw. Ausgänge mit gemultiplexten 12-Bit A/D- bzw. D/A-Wandlern. Der Anschluss der Prozessverkabelung erfolgt auf der Frontseite der Gerätes über Steckblockklemmen oder Sub-D Steckverbinder.

Für die serielle Datenübertragung zur Leitebene oder auch zu externen Automatisierungsgeräten bzw. abgesetzten Systemen stehen Schnittstellen-Submodule mit den Standard-Schnittstellen RS-232 bzw. RS-485 sowie Modem-Submodule für die Übertragung auf Wählleitungen (analog oder ISDN) oder Standleitungen zur Verfügung.

Bestandteil eines jeden PMC 2000 Systems ist die parametergesteuerte Standard-Fernwirksoftware für die Bearbeitung von Meldungen, Digitalwerten, Zählwerten, Messwerten, Befehlen und Sollwerten. Der Datenaustausch zur Leitebene oder zu abgesetzten Systemen erfolgt entsprechend IEC 870-5-101, TP20/TP26-Protokoll oder optional auch Fremdprotokoll. Die Konfigurierung der Geräte und die Parametrierung der Funktionen erfolgt über eine integrierte Bedien- und Diagnosesoftware oder über die PC-Software McService mit komfortabler, graphischer Bedienoberfläche. Die Darstellung in unterschiedlichen, funktionsbezogenen Fenstern erfolgt mausgesteuert und softwareunterstützt. Die Speicherung der Daten im CSV-Format vereinfacht zusätzlich die Anlagendokumentation.

In jedes PMC 2000 System kann optional eine leistungsfähige SPS-Funktion gemäß IEC 61131 integriert werden. Über entsprechende Parametrierung gesteuert werden die Prozessvariablen, wie z.B. Meldungen, Digitalwerte, Messwerte oder Zählwerte der SPS als Eingänge übergeben und die SPS-Ausgänge auf die digitalen oder analogen Ausgänge geschaltet.
Die Programmierung erfolgt wahlweise in den Eingabe- und Darstellungsarten AS-Ablaufsteuerung, AWL-Anweisungsliste, FUP-Funktionsplan, KOP-Kontaktplan oder ST-Strukturierter Text auf einem PC bzw. Laptop mit entsprechender Softwareunterstützung. Einfaches Handling, kurze Übersetzungszeiten und leistungsstarke Zusatzfunktionen kennzeichnen die Programmierung mit dem Graphik- und Texteditor. Die Inbetriebnahme wird durch Offline-Simulations- und Online-Test-Funktionen umfangreich unterstützt.

Identische Hardware für Unter-, Zentral- und Kopfstationen sind ein Kennzeichen des PMC 2000 Systems. Damit wird in vielen Anwendungen die Typenvielfalt reduziert und die Ersatzteilhaltung nachhaltig entlastet.